Audacity: Unterschied zwischen den Versionen
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Version vom 21. April 2022, 10:40 Uhr
Was ist Audacity?
Audacity ist eine kostenlose Open Source Software zur Bearbeitung von Audiodateien. Sie können Audioinhalte direkt in Audacity vornehmen und nachbearbeiten.
Sinnvolle Einstellungen zur Bearbeitung von Audiodateien
Folgende Bearbeitungsschritte haben sich in der Bearbeitung von Audiodateien bewährt. Beachten Sie, dass die spezifischen Einstellungen von Ihrer Stimme, Ihrem Mikrofon und Ihrer Umgebung abhängen. Achten Sie auf eine ruhige Umgebung. Alle Einstellungen müssen Sie für Ihr Mikrofon und Ihre Aufnahmeumgebung einmalig vornehmen. Alle Einstellungen werden über die Projekte hinweg gespeichert. Sie können für unterschiedliche Mikrofone und/ oder Aufnahmeumgebungen Vorlagen anlegen, die Sie entsprechend auf die Audiospur anwenden können.
Vorbereitung: Aufnahmekanal
Stellen Sie den Aufnahmekanal auf Mono ein. Das entspricht der Voreinstellung. Wählen Sie das Mikrofon aus. Bei Verwendung eines externen Mikrofons müssen Sie darauf achten, dass dieses vor dem Öffnen des Programms an Ihrem Computer eingesteckt ist. Das Mikrofon wird ansonsten nicht von Audacity erkannt.
1. Normalisieren
Wählen Sie die ganze Audiospur aus. Das Normalisieren dient der optimalen Berechnung der weiteren Effekte. Durch diesen Effekt wird alles etwas lauter. Beachten Sie, dass dadurch auch die Störgeräusche lauter werden. Stellen Sie den Wert bei Spitzenamplitude normalisieren auf -3dB ein.
2. Noise Gate
Diese Einstellung ist sinnvoll, wenn die Aufnahme wenig Störgeräusche hat. Dies sollte für alle Audioaufnahmen sichergestellt sein.
Der Effekt führt dazu, dass Geräusche erst ab einem bestimmten Schwellwert durchgelassen werden. Somit kommt die Stimme durch diese Schranke durch, das Rauschen wird weniger bzw. wird eventuell sogar ganz entfernt. Der Wert hängt hier stark vom individuellen Setting ab. Ein Gate-Schwellwert von -48dB ist ein guter Startwert. Eventuell müssen Sie hier initial ein bisschen ausprobieren. Sie können Ihre Aufnahme immer wieder Vorhören und den Einfluss des Effekts direkt hören.
Der einzustellende Wert kann auch gemessen werden. Wählen Sie dazu in der Audiospur einen Abschnitt ohne Sprache aus und wählen Sie im Menü Analyse -> Kontrast -> (Hintergrund) Auswahl messen. Wählen Sie dann beim Effekt Noise Gate einen Wert mit etwas Abstand zu dem gemessenen Wert. Damit ist sichergestellt, dass die Stimme auch durch die Schranke kommt.
3. Hochpassfilter
Die menschliche Stimme beginnt ab ca. 100 Herz. Das heißt, dass alle Frequenzen darunter entfernt werden können. Beachten Sie, dass sich das Audio durch die Anwendung dieses Effekts nicht verändern darf! Ergibt sich durch den Effekt eine Veränderung, setzen Sie den Frequenzwert herunter.
4. Grafischer Equalizer
Diese Einstellung ist sehr individuell. Alle Einstellungen werden über die Projekte gespeichert. Sie können auch Vorlagen für zum Beispiel verschiedene Mikrofone oder auch Aufnahmeorte erstellen. Beachten Sie, dass Sie Ihre Audioaufnahme durch den Effekt Grafischer Equalizer sehr stark, auch zum negativen, beeinflussen können. Sie sollten hier ein bisschen ausprobieren und Probe hören.
Grundsätzlich lässt sich über die verschiedenen Frequenzen Folgendes sagen und kann entsprechend ausprobiert werden (vgl. das Bild):
- 125Hz - 200 Hz: Wärme der Stimme -> Erhöhung um ca. 3dB in einer Bogenform
- 400Hz - 500 Hz: Klarheit der Stimme -> Absenkung um 2dB
- Ab ca. 8 kHz: Glanz der Stimme -> Erhöhung in Bogenform
Bitte beachten Sie, dass das Bild nur eine individuelle Einstellung ist. Als Ausgangswerte zum eigenen Ausprobieren, kann es aber genutzt werden.
5. Kompressor
Durch den Kompressor erhält die Audiospur eine einheitlichere Lautstärke. Auch hier sind die Einstellungen sehr abhängig vom individuellen Setting. Sie sollten auch hier etwas Ausprobieren, um ein für Sie optimales Ergebnis zu erreichen. Folgende Einstellungen haben sich bewährt und bieten eine gute Ausgangseinstellung.
- Schwellenwert: -10dB
- Grundrauschen: -45dB
- Verhältnis: 4:1
- Ansprechzeit: 0,4 Sekunden (Diese sollte nicht länger als 0,5 Sekunden sein, da sonst Zischlaute nicht beachtet werden.)
- Abklingzeit: 1,2 Sekunden (Sinnvoll zwischen 1 Sekunde und 1,5 Sekunden)
6. Begrenzer
Die Stimme wird durch diese Einstellung noch etwas gleichmäßiger. Wählen Sie Harte Begrenzung. Auch hier muss etwas ausprobiert werden. Sinnvoll ist bei der Eingangsverstärkung ein Wert von 4dB. Ist der Wert zu gering, passiert nichts. Ist der Wert zu hoch, wird das Signal zu stark verzerrt bzw. zusammengequetscht. Das Ausgangssignal sollte auf ca. -3dB eingestellt werden.
Makros erstellen
Damit Sie nicht für jede einzelne Audiobearbeitung alle sechs gerade dargestellten Schritte einzeln anklicken müssen, können Sie sich in Audacity sogenannte Makros erstellen. Den Menüpunkt finden Sie über Werkzeuge. Erstellen Sie sich dafür für jede der sechs Einstellungen in der jeweiligen Einstellung zuvor eine/ oder mehrere Vorlagen. Diese können Sie dann bei der Erstellung eines Makros auswählen.